das leben in der schule

Montessori Schule Bielefeld

Hallo ich bin Lisa, 7 Jahre alt und gehe in die Apfel-Klasse der Montessori Schule Bielefeld.

Heute Morgen hat mich Papa um 8:00 Uhr auf dem Weg zur Arbeit an meiner Schule abgesetzt. Ich mag es sehr, dass wir schon ab 8 in die Schule gehen dürfen. Dann kann ich in Ruhe noch ein wenig draußen spielen oder in der Klasse schon mit einem Material arbeiten. Von den Betreuern ist dann auch immer schon jemand da, falls ich Fragen habe oder ich mir gerne ein neues Material zeigen lassen möchte. Bis 8.30 Uhr kommen dann alle meine anderen Mitschüler in die Klasse und beginnen von alleine und leise mit ihren frei gewählten Arbeiten. Damit alles schön sauber bleibt und wir uns richtig wohl fühlen und jedes Material immer wieder finden, hat alles seinen eigenen Platz im Raum und ist immer ordentlich aufgeräumt. Alle Schüler und Betreuer tragen in der Schule Hausschuhe, das ist bequemer und macht nicht so viel Dreck.

Wenn dann alle bis 8.30 Uhr eingetrudelt sind, machen wir jeden Morgen erstmal einen Stuhlkreis. Nachdem wir uns mit einem Begrüßungslied einen ›Guten Morgen‹ gewünscht haben, stellen wir den Kalender. Wir besprechen welche Jahreszeit, welches Jahr, welcher Monat und welcher Tag ist. Da heute Montag ist, besprechen wir auch, wer diese Woche für welches Amt zuständig ist. Dafür hängt in der Klasse ein großer Bilderrahmen auf dem die unterschiedlichen Ämter stehen, zum Beispiel Pflanzen gießen oder Fegen. Neben jedes Amt wird dann eine Namenskarten von dem Kind gehängt, das das Amt in dieser Woche erledigt. Ich werde diese Woche zusammen mit Kerem die Mülleimer in der Klasse ausleeren. Zum Ende des Stuhlkreises erzählt noch jeder, womit er sich heute beschäftigen wird. So weiß jeder, was er zu tun hat und kann direkt mit der Arbeit beginnen. Emma hat heute keine Idee, mit welchem Material sie arbeiten könnte. Darum schlägt unsere Klassenlehrerin vor, dass sie gemeinsam etwas für sie suchen.

Um 8.45 Uhr beginnt die Freiarbeit. Ich übe seit letzter Woche das Addieren mit dem goldenen Perlenmaterial. Anna hilft mir dabei. Sie ist schon älter als ich und hat schon öfter mit dem goldenen Perlenmaterial gearbeitet, deswegen kann sie mir genau zeigen, wie ich mit dem Material arbeiten kann. Ich finde es toll, dass wir uns gegenseitig beim Lernen helfen, so macht es gleich viel mehr Spaß und ehrlich gesagt verstehe ich es oft besser wenn Anna es mir erklärt. Toll ist auch, dass ich auf dem Boden arbeiten darf. So kann ich mich beim Arbeiten gut bewegen und die Materialien richtig anfassen und ›begreifen‹. Auch heute schnappe ich mir den Arbeitsteppich und lege ihn an eine geeignete
Stelle im Raum, um dort das goldene Perlenmaterial aufzubauen.

Ich bin so in meine Arbeit vertieft, dass ich den Pausengong um 9:45 Uhr fasst überhört hätte. Gut, dass ich das Material so liegen lassen kann, um später daran weiter zu arbeiten. Aber jetzt muss ich mich erstmal stärken. Bevor wir alle auf dem Schulhof toben und neue Energie tanken, beiße ich in mein leckeres Frühstücksbrot und trinke einen großen Schluck aus meiner Trinkflasche.

Um 10:30 Uhr geht es mit Englisch weiter. Dafür treffe ich mich mit anderen Schülern in dem Klassenzimmer neben unserem. Hier sind Kinder aus meiner Apfel-Klasse, aber auch Kinder aus der Kirsch-Klasse. Ich kenne eigentlich alle Kinder aus meiner Schule, weil wir immer mal wieder zusammen an etwas arbeiten. Das finde ich total super. Vor ein paar Wochen hatte Marlene aus der Kirsch-Klasse zum Beispiel die Idee Planeten zu basteln, weil sie mit ihren Eltern am Wochenende im Planetarium war. Ich war sofort begeistert und wollte mitmachen.

Wir haben dann noch Tom und Matze gefragt und die hatten auch Lust. Pia, meine Klassenlehrerin, fand unsere Idee total gut und hat uns geholfen Bücher darüber zu finden, Materialien zusammen zu suchen und dann auch die Planeten zu basteln. Wir waren total stolz als die Planeten in der Eingangshalle ausgestellt wurden.

Um 11:45 Uhr ertönt wieder der Schulgong, diesmal zum Mittagessen. Heute gibt es bunte Gemüsesuppe mit leckerem Brot. Ich setze mich zu Lena und sie erzählt mir von ihrem neuen Hamster, den sie am Samstag bekommen hat. Nach der Suppe bin ich satt und ganz schön müde. Lena will direkt nach draußen auf den Hof zum Klettergerüst. Ich verspreche ihr gleich nachzukommen. Erstmal möchte ich mich ein wenig ausruhen. Im Ruheraum lasse ich mich auf einen der großen Sitzsäcke plumpsen und schnappe mir ein Buch. Leo aus der Kirsch-Klasse liegt in der anderen Ecke des Raums auf einer Matratze und hört über Kopfhörer ein Hörspiel. Nachdem ich mich etwas ausgeruht habe, gehe ich raus auf den Pausenhof. Im Gegensatz zu der leisen Arbeitsatmosphäre in den Klassenräumen ist hier Toben angesagt. Ich finde Lena am Klettergerüst und wir klettern um die Wette.

Der 13.30 Uhr Gong verrät uns, dass es jetzt mit der Freiarbeit weiter geht. Da mein Arbeitsplatz von heute Morgen noch bereit ist, kann ich mit meiner Arbeit sofort weitermachen. Nachdem ich die Rechenaufgaben mit dem goldenen Perlenmaterial gelegt habe, schreibe ich sie in mein Aufgabenheft. Schon vor dem Ende der Freiarbeitszeit habe ich alle Aufgaben gerechnet und aufgeschrieben. Da wir in der Schule immer so viel Zeit für unsere Aufgaben haben und unsere Arbeiten immer zu Ende bringen können, bekommen wir keine Hausaufgaben auf. So können wir uns nach der Schule ausruhen und die restliche Zeit des Tages mit unserer Familie verbringen.

Während ich die Materialien an ihren Platz zurückbringe sehe ich, dass Max die Bremse von seinem Rollstuhl nicht los bekommt. Ich frage ihn, ob ich ihm helfen kann und er sagt mir, was ich tun muss. Für Kinder, die manchmal besondere Unterstützung brauchen, ist Sonja da. Sie ist super nett. Ich gehe auch immer zu ihr, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Neben Pia und Sonja gibt es auch noch Heiko. Heiko hilft uns immer in der Klasse und macht am Nachmittag tolle Spiele und Projekte mit uns.

Um 15 Uhr ist die Schule zu Ende. Lena wird oft dann schon von ihrer Mutter abgeholt. Man kann aber auch noch bis 16:30 Uhr bleiben, denn am Nachmittag gibt es noch viele tolle Sachen, die man machen kann. Entweder man sucht sich zu Beginn des Halbjahres eine AG aus wie zum Beispiel: Musik, Sport, Garten, Kunst oder man spielt einfach nur so mit seinen Freunden und Mitschülern. Manche Aktionen werden auch von Eltern angeboten, so wie das Perlentiere basteln, wofür ich mich heute entschieden habe. Mit meinem giftgrünen Perlenkrokodil steige ich um 16:30 Uhr kaputt aber glücklich in das Auto meiner Mutter. Marie, meine kleine Schwester, schläft in ihrem Kindersitz, Mama guckt mich durch den Rückspiegel an und fragt: »Und mein Schatz, wie war die Schule heute?« Ich schaue aus dem Fenster meine Schule an und antworte: »Richtig schön!«